Buchhandlung Baeuchle

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Buchtipp: Die Geschichte des Wassers

Maja Lunde



Dies ist der zweite Teil der Umwelttrilogie von Maja Lunde. Der erste „die Geschichte der Bienen“ war aus dem Stand ein internationaler Bestseller. Der zweite „die Geschichte des Wassers“ hat es ein wenig schwerer, vielleicht braucht das Buch noch ein wenig, um angenommen zu werden. Der dritte Teil in dem es um unsre Luft gehen soll, erscheint erst noch.
Jeder Teil steht für sich. In diesem Roman nimmt Lunde den Leser mit auf eine Reise nach Norwegen, an einen Fjord an der Westküste. Wir lernen die 70-jährige Umweltaktivistin Signe kennen, die ihr Dorf und ihre große Liebe als junges Mädchen verließ und nun erst wieder zurückkehrt. Sie will nicht bleiben, sondern ein Denkmal setzen, eine Botschaft hinterlassen, denn ihr Zuhause ist ihr fremd, der Fluss wurde überdohlt, die Flussmündung begradigt, der Gletscher wird abgebaut, sein Eis wird in luxuriösen Bars der ganzen Welt zum Kühlen von Cocktails teuer bezahlt, ihr Dorf hat Land, Fluss, den Wasserfall, die Flussfische und die Schmetterlinge ihrer Jugend verkauft, an die Barkeeper der Bars der globalen upper class . Signe stiehlt so viele Eisschachteln voller gefrorenem Wasser wie nur möglich und packt sie auf ihr Segelboot, mit dem sie nach Südfrankreich segeln möchte, um ihrem dort lebenden ehemaligen Geliebten einen Besuch abzustatten, den Rest der Kisten kippt sie ins Meer.
Die zweite Erzählebene spielt in Südeuropa im Jahr 2041. Spanien und Südfrankreich, aber auch die Küsten des Atlantik sind entvölkert, die Menschen hungern, verdursten, Sozialsysteme, Hilfssysteme, Rotes Kreuz, Staatssysteme versagen europaweit. Flüchtlingstrecks von Europäern durchziehen den Kontinent. Rettungslager der Armee werden ohne die Bewohner zu informieren geschlossen, Chaos, Gewalt, Anarchie beherrschen Europas Süden, Ströme von Menschen wandern in den sagenhaften Norden, dort soll es noch Trinkwasser geben.
David und seine Tochter gehören zu den Gestandeten, sie finden in einem Lager in Südfrankreich Zuflucht, wo sie auf die Mutter und den kleinen Bruder warten. Das Leben im Lager, die sich täglich verschärfenden Zustände, Davids Wanderungen und seine Suche nach einem Ausweg, ergreifen den Leser.
Einige Kritiken empfinden den Roman als zu konstruiert und ja, die Protagonisten bleiben seltsam unscharf, dennoch bin ich aufs Neue total begeistert von Lundes Geschichte und möchte sie jedem Leser ans Herz legen, sei es als gute Geschichte, tollen Roman oder ökologische Mahnung.

Tags: Science Fiction

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