Buchhandlung Baeuchle

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Buchtipp: Traum des Lebens

Jeffrey Archer



Jeffrey Archer, geb. 1940 ist Schriftsteller und hat eine bewegte politische Karriere hinter sich, als Abgeordneter der konservativen Partei sass er im house of commons, 2000, mit gerade 60, landete er wegen Meineids ein paar Jahre hinter Gitter.
Mit „Attentat“, „Kain und Abel“, „Rivalen“ feierte er in Deutschland bereits in den 80er Jahren große Erfolge und Bestseller, dann wurde es still um ihn. 2015 stürmte er mit der Clifton Saga die Bestsellerlisten. Nun erscheint ein einbändiger Roman, der in Leningrad, Amerika und England spielt.
Alexander Karpenko und seine Mutter Ella stehen am Hafen von Leningrad. Sein Vater wurde vor wenigen Stunden ermordet und die beiden sind auf der Flucht. Sie überlegen, auf welchem Schiff sie als blinde Passagiere Russland verlassen sollen. Sie werden eine Münze, die über ihr zukünftiges Leben entscheiden wird. Nun setzt der Roman sich in zwei dichten spannenden Handlungssträngen voller Leben und Dramatik fort:
Der eine spielt in England, Alexander, der sich nun Sascha nennt, kämpft sich durch die Schule und das Leben, sein Weg ist hart, er macht Karriere, finanziell und politisch, heiratet, hat eine wunderbare Frau mit der er eine Familie gründet.
Doch immer begleitet ihn sein Traum: Die Rückkehr nach Leningrad, um dort das System zu verändern, den er 30 Jahre nach seiner Flucht endlich auch verwirklichen
Möchte, so kehrt er mit seiner Familie zurück, im Glauben, dass sein alter Jugendfreund Wladimir, der inzwischen Karriere beim KGB gemacht hat, ihm nun nicht mehr schaden kann….

Der zweite spielt in Amerika: auch hier haben es Alex und seine Mutter Ella nicht einfach, doch dank seiner Talente, seines Fleißes und mit großem Glück macht Alex in Amerika Karriere, findet eine wunderbare Frau, mit der er eine Familie gründet und auch Alex kehrt nach 30 Jahren wieder zurück nach Russland, auch er macht den Fehler, zu denken, dass sein ihm inzwischen verhasster Jugendfreund Wladimir vom KGB ihm nicht mehr schaden kann.

Grandios geschrieben und unglaublich spannend spinnt Archer seine Geschichten um zwei Leben eines Mannes und seiner Mutter, seines Überlebens-, und Lebenskampfes, seines Erfolgs, den er sich selbst, aber auch einer großen Portion Glück zu verdanken hat. Gleichzeitig fügt er seine Geschichte in politische Entwicklungen und Veränderungen des 20. Jahrhunderts ein und gibt ihr dadurch einen größeren Rahmen und mehr Bedeutung. Toll gemacht, besonders wie er die Geschichten dreht und einerseits parallel entwickelt, andererseits doch ganz unterschiedlich schildert. Tolle Unterhaltungslektüre für lange Abende!

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