Buchhandlung Baeuchle

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Buchtipp: Der Mann, der Sherlock Holmes tötete

Graham Moore



„Der Mann der Sherlock Holmes tötete“, wer ist das?
Ja, natürlich Sir Arthur Conan Doyle, sein Schöpfer. Dieser biografische Roman befasst sich mit dem Verfasser der berühmtesten Detektivgeschichten Englands, die heute so aktuell scheinen wie vor 100 Jahren. Es gibt ständig neue Verfilmungen, Serien auf Netflix, der Sherlock Darsteller Benedict Cumberbatch ist Kult…

Dies ist ein Krimi mit zwei Handlungsebenen.
Die eine spielt im modernen London heute und dreht sich um den Sherlock Holmes Fan Jeffrey, der in den erlauchten Kreis der sogenannten „Irregulars“ neu aufgenommen wurde, einer ehrwürdigen Versammlung von sogenannten „Sherlockianern“, inbrünstigen Verehrern von Sherlock Holmes, auf deren Tagung ein Mord geschieht und ein wiedergefundenes Tagebuch Sir Arthur Conan Doyles gestohlen wird, das 100 Jahre als verschollen galt.
Jeffrey soll diesen Mord im Auftrag des Enkels des berühmten Schriftstellers aufklären und das Tagebuch herbeischaffen.
Die andere Handlungsebene spielt im London der Gasbeleuchtung, zu Lebzeiten von Sir Arthur Conan Doyle, der trotz oder wegen des Erfolges seiner Detektivgeschichten eine tiefe und innige Hassliebe zu Holmes entwickelt hat. Seine Leser unterscheiden nicht mehr zwischen dem Autor und seiner Figur und Moore schildert herrlich komische historisch belegte Szenen über öffentlichen Aufruhr, Beschimpfungen, Handgreiflichkeiten, Drohbriefe, ja sogar Briefbomben wildfremder Menschen gegenüber Doyle nachdem er seinen Sherlock in den Reichenbachfällen umgebracht hatte.
Anhand Doyles Biografie entwickelt Moore hier einen zweiten Kriminalfall um eine Mordserie im alten London, an deren Aufklärung Doyle beteiligt ist. Gleichzeitig stellt Moore hierbei Doyles biografisch belegtes äußerst zwiespältiges Verhältnis zu seinem Ermittler Holmes in den Mittelpunkt.
Es ist Moores grosse Spezialität, Fiktion und historische Fakten spannend und glaubhaft miteinander zu verbinden und daraus wunderbar zu lesende, vielschichtige Roman zu konstruieren. Das gelingt ihm auch wieder mit „Der Mann der Sherlock Holmes tötete“.

Herrliches Lesefutter nicht nur für die Fans von Sir Arthur Conan Doyle und/oder Sherlock Holmes

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